MusikerInnen 2014

Die MusikerInnen des 6. Stummfilm-Symposiums

 

 

Nathan:

- der US-amerikanische Cellist Nathan Bonträger und der deutsch-mexikanische Gitarrist José M. Díaz de León laden euch in eine musikalische Gradwanderung der Extreme ein: akustische Instrumente werden mithilfe elektronischer Effekte erweitert, weiterentwickelt und verfremdet. Scheinbar unvereinbare Gegensätze werden miteinander vermengt und so zu einem Ganzen: Natur und Technik, Zufall und Konzept, Mensch und Maschine, Sound und Rhythmus, Gefühl und Algorythmus. Kommt mit auf eine musikalische Reise, bei welcher ihr noch nie erfahrene akustische Welten entdecken werdet. Alles was passiert, passiert nur einmal... Alles wird frei improvisiert, seid dabei - es kommt so nie wieder!

 

 

Glaswald

- ist bereits seit dem ersten Stummfilm-Symposium im Jahr 2009 an der musikalischen Untermalung der vorgeführten Filme beteiligt (u. a. Manfred Noas "Nathan der Weise" u. Cecil B. DeMilles "Die zehn Gebote" sowie Fritz Langs "Frau im Mond"). Ähnlich den Pianisten der Stummfilmzeit begleitet die Heidelberger Band die Bilder auf der Leinwand improvisatorisch - mit elektronischen Mitteln. Eine „historisch korrekte“ Interpretation wird nicht angestrebt. Die Unmittelbarkeit der Improvisation erlaubt nur eine undistanzierte, vielleicht naive Umsetzung der Bilder in musikalische Stimmungen. Dadurch, ebenso wie durch den anachronistischen Sound, wirken die Filme jedoch auch weniger fremd, mehr der Gegenwart zugehörig, auf gewisse Art sogar authentischer, als es durch die Imitation historischer Gegebenheiten möglich wäre. Denn die Geschichte ist und bleibt Vergangenheit und lässt sich auch mit höchstem Aufwand nur auf unvollkommene Weise rekonstruieren; - eine triviale Erkenntnis, die den Wert des Versuches solcher Rekonstruktionen nicht schmälern soll, diese aber nicht weniger zu einer Angelegenheit entsprechender Spezialisten macht. Für die Musiker von Glaswald bedeutet die Simultanübersetzung der Leinwandbilder in die Gegenwart hingegen die Chance, selbst Zuschauer zu bleiben und das unmittelbar Erlebte musikalisch-spontan weiterzugeben.

musikalisches Soundbeispiel  1

Glaswald on facebook

musikalisches Soundbeispiel  2

 

Open File

- der in Peru geborene und aufgewachsene Musikwissenschaftler erzeugt unter dem Projektnamen Open File winzige Kompositionen für Klavier, Violine und Laptop. Die Miniaturen entstehen jeweils nach einer festen Formel, die in der Musik zum Leben erwacht. Bei der Vertonung von "Ansichten aus dem Lazarett Jakobsberg " ist der Ansatz nur in Form der Anwendung zweier tonaler Bereiche systematisch. In die Arbeit mit dem Stummfilm fließen außerdem Erfahrungen mit der Komposition von Film- und Theatermusik in Heidelberg und Lima ein.

 

Hari Ossa

- Chilenischer Komponist mit einem unglaublichen Sinn für Melodie und eine große Vorstellungskraft. Seine Musik kennt keine Stil Grenzen.

musikalisches Soundbeispiel

 

Mario Pesce

„Ich mache meine Musik aus Instinkt. Musik ist vielleicht eine der ältesten Kommunikationsarten die es gibt.Darum existierte der musikalische Teil des Gehirnes schon bei unseren ältesten Vorfahren. Die Stücke, die ich für den Film „The Battle of the Sommes“ kreiert habe sind deswegen sehr primitiv und repetitiv ausgelegt, was einen hypnotischen Eindruck beim Publikum hinterlässt. Größtenteils habe ich mich beim komponieren dieser Stücke auf die im Film dargestellten Landschaft eingelassen und daraus ungefähr eine musikalische Architektur erschaffen, die diese Landschaft akzentuiert. Der Zuschauer bekommt dadurch einen besseren räumlichen Eindruck von den gezeigten Bildern.“