Humanismus & Tradition

"Humanismus - eine Bildungstradition"

23. 09.11 - hier wird in den folgenden Monaten die filmische Annäherung von SchülerInnen des Kurfürst-Friedrich-Gymnasiums Heidelberg an ein Bildungsideal dokumentiert.

 

Bilder: Philipp Götz

05.10.11 - Die AG-Geschichte des KFG unter der Leitung von Frederik May traf sich mit Norbert Ahlers von der Kineskop-Filmschule. Alle Schüler hatten einen Gegenstand mitgebracht, mit dem sie den Begriff Humanistische Bildung assoziierten. Nach ausführlicher Erörterung dieser Assoziationen gingen die SchülerInnen in kleinen Teams auf die Suche nach entsprechenden Motiven am und im Gebäude der Schule. Schon hier wurde deutlich, dass humanistische Bildung als Tradition und Anspruch eine vielschichtige Geschichte und komplexe Strukturen aufweist.

Bild: Carla Kipke

 

12.10.11 - Heute weitere Fotografien der SchülerInnen gesichtet und analysiert. In der Fülle der Bilder wurde deutlich, dass vor allem in der mächtigen Fassade der Bildungsanspruch mit einer Machtdemonstration gekoppelt wird. Die Umgestaltung des Darmstädter Hofes in den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts und der damit verbundene Umbau der Turnhalle des Gymnasiums zeigt Elemente der Postmoderne. Die Zitate des alten Baus sind in den Neubau eingestreut und wirken teilweise wie Reste einer Ruine bzw. wie eine Ausgrabungstelle. Insofern kann sich die Arbeitsgruppe auch als ein Archäologenteam auf der Suche nach einem überbauten Ideals verstehen.

 

19.10.11 - Die SchülerInnen übten mit der Kamera und dem Mikrophon erste Interviews. Die ersten Gesprächspartner waren dabei ein junger Student, der das Abitur vor kurzem am KFG absolviert hat, und ein Lehramtskandidat, der zur Zeit als Praktikant am Gymnasium ist.

 

22.10.11 - Videoaufnahmen eines Kreises von Alumni des Kurfürst-Friedrich-Gymnasiums. Eine Klasse des Abiturjahrgangs 1966 traf sich an diesem Samstag im KFG und hatte ein längeres Gespräch mit dem gegenwärtigen Schulrektor Herrn Alperowitz. Die ehemaligen SchülerInnen erzählten sehr nostalgisch und emotional, gelegentlich aber auch ausgesprochen ambivalent, von ihren Erinnerungen und Erfahrungen aus diesen vergangenen Schuljahren. Sie waren SchülerInnen jener Zeit, die Bernhard Schlink in seinem Roman "Der Vorleser" beschrieben hat. Überraschend: das Treppenhaus des Schulgebäudes war das zentrale Moment des Wiedererkennens.

 

26.10.11 - Aufgabenverteilung für weitere Recherche und der Kontaktaufnahme mit einzelnen Personen, die im Rahmen des Projektes interviewt werden sollen sowie Notizen eines ersten Drehplanes. Schwierig ist für das Team immer noch die präzise Fragestellung zum Themenkomplex humanistische Bildungstradition in der Gegenwart. Tatsächlich fällt es trotz der Vorarbeiten allen Beteiligten schwer, die Idee der humanistischen Bildung mit eigenen Worten souverän zu artikulieren.