Infomationen zur Musik 2013

weitere Informationen zu den MusikerInnen des 5.Stummfilm-Symposiums finden Sie unter folgenden Links:

Johannes Alisch

Johannes Alisch arbeitet als Kontrabassist und Cellist in zahlreichen musikalischen Welten: Klassik, Folk und Klezmer, Jazz und Swing, Improvisation und experimentelle Musik, außerdem erforscht er die Grenzbereiche zu anderen Sparten wie Stummfilm, Literatur und Bildender Kunst. Seine Grundausbildung am Cello hat er bei Rüdiger Adami erhalten, seit 2012 studiert er bei Michael Schneider (Philharmonisches Orchester HD), Magister Artium 2010 in Heidelberg (Ethnologie, Bildungswissenschaft und Musikwissenschaft).
Zuletzt sind Stummfilmvertonungen zu Ménilmontant (D. Kirsanoff, 1926/2012), die Albert Kahn Files (1909/2012), Die Ehe im Kreise (E. Lubitsch, 1924/2012, mit dem SomeSwing Hot Jazz Club) und Der tanzende Tor (A.W. Sandberg, 1926/2012, mit dem SomeSwing Hot Jazz Club) entstanden. Anfang 2013 hatte das Performance-Format "Pivot!" mit der Autorin Annekathrin Heier Premiere: ein Abend über musikalisches und literarisches Schaffen. Mit seinem Programm "Paral.lel" beschallt er Museen und Ausstellungsräume.

Open File

www.myspace.com/OpenFile

Der in Peru geborene und aufgewachsene Musikwissenschaftler Eduardo Untiveros erzeugt unter dem Projektnamen Open File winzige Kompositionen für Klavier, Violine und Laptop. Die Miniaturen entstehen jeweils nach einer festen Formel, die in der Musik zum Leben erwacht. Bei der Vertonung von Dr. Jekyll und Mr. Hyde ist der Ansatz nur in Form der Anwendung zweier tonaler Bereiche systematisch. In die Arbeit mit dem Stummfilm fließen außerdem Erfahrungen mit der Komposition von Film- und Theatermusik in Heidelberg und Lima ein.

Safarisounds & Friends

http://www.safarisounds.de/

Beim letztjährigen Stummfilmsymposium beteiligte sich die Heidelberger Band Safarisounds mit einer dramatischen Vertonung des dänischen Stummfilms „Die Balletttänzerin“. Nun hat der Schlagzeuger der Band Falko Schnelle eine illustre Runde von Musikern um sich geschart, um sich gemeinsam an die Vertonung von vier Science Fiction-Stummfilmen zu wagen.

Für die Musiker hat es einen besonderen Reiz, Science Fiction-Stummfilme musikalisch in die Gegenwart zu bringen. Denn was zu Zeiten des Stummfilms noch reine Fantasie und ferne Utopie war, ist heute vielleicht längst Geschichte. Und während der Musiker von heute auf eine jahrzehntelange Tradition und Prägung des Begriffs Science Fiction zurückblickt, betraten die Filmmacher der 1920er Jahre mit ihren Ansätzen Neuland.

Für die musikalische Interpretation der Filme bedeutet das, den Blick zurück und zugleich nach vorn zu richten: Klänge der Vergangenheit, Gegenwart oder Zukunftsmusik. Für dieses Unterfangen vertonen die Musiker die Festival-Kurzfilme in verschiedenen Besetzungen: So kommen akustische Instrumente ebenso zum Einsatz wie 70er-Jahre-Orgeln und Synthesizer – Quellen genreprägende Science-Fiction-Sounds – und Computer-betriebenes Noise-Gefrickel.

Die Musiker spielen teilweise schon seit Jahren zusammen, teilweise kennen sie sich kaum. Gerüchten zufolge kann sogar einer der Mitwirkenden gar kein Instrument spielen. Doch wie im Jazz soll die Improvisation im Mittelpunkt der Interpretation der Filme stehen. Auch das ist für den Haufen Musiker ein besonderer Reiz der Stummfilm-Vertonung.


Es wirken mit:

Claudius Kaboth
Elmar Bernhold
Lucien Koch
Sten Seegel
Timon Jansen
Peter Pilotem
Mark Schröppel
Anika Wagner
Falko Schnelle

Misleading Color

http://misleadingcolor.bandcamp.com/album/algol-1920

Misleading Color liefert den Klang zum Film. Die Heidelberger Band überlässt den Grautönen des 93-jährigen Bildmaterials die Hauptrolle. Da Melodie die Grundlage der Musik ist, rücken sie das perkussive Profil ihres Bandsounds in den Vordergrund – wenige Ausnahmen bilden einen Kontrast hierzu. Es wird keine Nachahmung der Bewegung, sondern eine Bezugnahme  zum Emotionalen. So entsteht eine spannende Mischung von Schlag- und Blasinstrumenten, welche den Film in vielfältigen (Klang-)Farben beleuchtet.

Glaswald

http://www.myspace.com/glaswald

Glaswald ist bereits seit dem ersten Stummfilm-Symposium im Jahr 2009 an der musikalischen Untermalung der vorgeführten Filme beteiligt (u. a. Manfred Noas "Nathan der Weise" u. Cecil B. DeMilles "Die zehn Gebote"). Ähnlich den Pianisten der Stummfilmzeit begleitet die Heidelberger Band die Bilder auf der Leinwand improvisatorisch - mit elektronischen Mitteln. Eine „historisch korrekte“ Interpretation wird nicht angestrebt. Die Unmittelbarkeit der Improvisation erlaubt nur eine undistanzierte, vielleicht naive Umsetzung der Bilder in musikalische Stimmungen. Dadurch, ebenso wie durch den anachronistischen Sound, wirken die Filme jedoch auch weniger fremd, mehr der Gegenwart zugehörig, auf gewisse Art sogar authentischer, als es durch die Imitation historischer Gegebenheiten möglich wäre. Denn die Geschichte ist und bleibt Vergangenheit und lässt sich auch mit höchstem Aufwand nur auf unvollkommene Weise rekonstruieren; - eine triviale Erkenntnis, die den Wert des Versuches solcher Rekonstruktionen nicht schmälern soll, diese aber nicht weniger zu einer Angelegenheit entsprechender Spezialisten macht. Für die Musiker von Glaswald bedeutet die Simultanübersetzung der Leinwandbilder in die Gegenwart hingegen die Chance, selbst Zuschauer zu bleiben und das unmittelbar Erlebte musikalisch-spontan weiterzugeben.
Der diesjährige Fritz Lang-Film "Frau im Mond" teilt sich in zwei Hälften – Vorspiel auf der Erde und Mondexpedition. Während die Mondexpedition von den Musikern live begleitet wird, ist die Untermalung der ersten Hälfte von Wolfgang Kirchheim vorproduziert. Dessen Herangehensweise folgt dabei einem ähnlich unbefangenem und spontanem Zugriff, der sich den Film Stück für Stück und ohne Wissen um die Zukunft aneignet.    

Glaswald sind:
Martin Pohl (Keyboards)
Wolfgang Kirchheim (Gitarrensynthesizer)
Siegmund Køb (Bass, Laptop)

 

Pathetic Waste of Talent

https://www.facebook.com/PWoTT

Alex und Jonny sind Pathetic Waste of Talent und glauben an den kulturellen Wert von Clubmusik. Ob als Live-Act bei Veranstaltungen wie dem Stummfilm-Symposium Heidelberg, dem Alternativen Frühling in der Halle_02 oder dem Jetztmusikfestival Mannheim, als DJs und Blogger bei der Clubkultur-Initiative blank oder als Produzenten von genreübergreifender elektronischer Musik, das Duo mit Wohnsitz in Heidelberg und London steht für eine Versöhnung von Tanzflächenbezug und anspruchsvollem Hörvergnügen. Nach der markerschütternden Vertonung von Häxan im letzten Jahr freuen sie sich auf die Gelegenheit, musikalischen Futurismus und nostalgische Samplewelten zusammen zu denken.