programm des symposiums

 

Samstag, 5. März 2011:

 

18:00 Uhr: Begrüßung mit Mode de Paris (1926)

 

18:30 Uhr / Film

Fantômas

FR 1913 / R: Louis Feuillade, 59 Min (Teil 2)

Mit Fantomas, der „seinen riesigen Schatten über die Welt und über Paris wirft“, hat Louis Feuillade einen modernen Mythos begründet. Der anarchistische Bürgerschreck mit den tausend Gesichtern faszinierte nicht nur ein Massenpublikum, sondern begeisterte auch die Künstler. So lebt das Genie des Bösen bis heute in filmischen Bearbeitungen, Hörspielen, Gemälden, Poemen, Romanen, Comicstrips etc. weiter.

Musik: Fashion Johnny

Referentin: Renate Karst-Matausch

 

20:30 Uhr / Vortrag

Der Fotograf der Moderne – Eugène Atget – Das alte Paris

Referent: Claude Sui

 

21:30 Uhr / Film

Nana

FR 1926 / R: Jean Renoir / 145 Min / OmÜ

Nach dem gleichnamigen Roman von Emile Zola: NANA, der erste nach dem 1. Weltkrieg in Berlin gedrehte französische Film, handelt von dem Schicksal der kleinen ambitionierten Schauspielerin gleichen Namens. Sie tritt gern als feine Dame auf, scheitert aber nach vielen erotischen Eskapaden. Nana, gespielt von Renoirs damaliger Ehefrau Catherine Hessling, trägt burleske und clowneske Züge.

Musik: Fashion Johnny

Referentin: Maya Dietrich

voraussichtliches Ende 23:30 Uhr

 

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Sonntag, 6.März 2011:

 

14:00 Uhr / Film

Ménilmontant

FR 1926 / R: Dimitri Kirsanoff / 45 Min

Der Este Dimitri Kirsanoff emigrierte in den 20er Jahren nach Paris und wurde rasch zu einer Schlüsselfigur der dortigen Filmbewegungen. Zunächst arbeitete er als Musiker für Stummfilme, in seinem berühmtesten Film MÉNILMONTANT ist ein Nachhall davon zu sehen: die Geschichte zweier Schwestern im Pariser Arbeiterviertel Ménilmontant verzichtet auf Zwischentitel und setzt stattdessen auf impressionistische Handkamera-, Überblendungs- und Schnitt-Effekte.

Musik: Crumpled Tones

Referent: Johannes Dahmen

 

15:30 Uhr / Film

Paris qui dort

FR 1925 / R: René Clair / 61 Min

Ein geheimnisvoller Schlaf legt sich über Paris und nur der Wächter des Tour Eiffel und eine Gruppe Reisender bleiben davon verschont. Sie entdecken eine Stadt ohne Bewegung. Alles ist ihnen zugänglich, es gibt keine Verbote, keine Schranken, doch nach einem Moment entrückter Freiheit bleibt ihnen nur die Langeweile und sie machen sich auf, den Grund für diesen seltsamen Schlaf in Straßen zu entdecken. Der Wechsel zwischen Science Fiction und surrealem Witz ist die bezaubernde Erzählweise dieses Filmes von René Clair

Musik: Glaswald

Referentin: Juliane Böhme

 

17:45 Uhr / Vortrag

Von Jules Vernes „Paris im 20. Jahrhundert“ zu Walter Benjamins „Passagen-Werk“

Referent: Jo-Hannes Bauer

 

19:00 Uhr / Film

Das neue Babylon

UdSSR 1929 / R: Grigorij Kosinzew & Leonid Trauberg / 92 Min

Vor dem Hintergrund der Niederschlagung der Pariser Commune 1871 erzählt der Film die Geschichte von Louise und Jean, deren Liebe in Zeiten des offen ausgetragenen Klassenkampfes keine Chance hat. Louise, Verkäuferin im Kaufhaus ›Das Neue Babylon‹ ist engagierte Kommunardin, Jean, ein politisch unbedarfter junger Mann vom Lande, steht als Soldat im Dienst der französischen Armee und ist gezwungen, die Commune zu bekämpfen. Dimitri Schostakowitschs Originalmusik zum Film ist eines der bedeutendsten Zeugnisse der Filmmusik und nicht minder experimentell. In seinem Debut als Filmkomponist setzte er das Regie-Konzept von Kosinzew/Trauberg kongenial um in eine skandalträchtige musikalische Montage.

Dieser Film wird mit der Original-Filmmusik von Dmitri Schostakowitsch gezeigt

Referenten: Christoph Makowski und Denis Peters

 

21:30 Uhr / Film
Irma Vep

Frankreich 1996 / R: Oliver Assayas / 96 Min

Eine Hongkong-Diva kommt nach Paris, um dort ihr europäisches Filmdebüt zu geben - in der Rolle der Bandenchefin Irma Vep, die in der Stummfilmserie "Les Vampires" ihr Unwesen trieb. Doch dies ist alles andere als einfach – denn der Regisseur entpuppt sich als Nervenbündel, die Maskenbildnerin macht ihr Avancen und der Dolmetscher sorgt für das reinste Chaos...

IRMA VEP ist das neuzeitliche Remake des Stummfilmklassikers "Die Vampire", eine verschachtelte Film-im-Film-Geschichte, die in turbulenten Bildern von sehr eigenartigen Dreharbeiten im französischen Low-Budget-Bereich berichtet.