Stummfilm-Symposium 2013

Das 5. Stummfilm-Symposium in Heidelberg

 

 

Das Programm von SILENT FUTURE

 

 

Voyage dans la Lune

Frankreich 1902 | Regie: Georges Méliès | 12 min. | Originalfassung.

Die erste cineastische Reise in andere Welten realisierte Georges Méliès 1902 mit einem Flug zum Mond. Eine Gruppe graubärtiger Gelehrter lässt sich mit einer gigantischen Kanone auf den Erdtrabanten schießen und erlebt dort bizarre Abenteuer. Filmtechnisch war dieser Film eine herausragende Pionierleistung, in der Traumvorstellung und Fantastik mit allen Effekten der analogen Schnitttechnik visualisiert wurden. Der Film eröffnet das Symposium.

Sa., 16.02.13 - 16.30 Uhr

Musik: Jo Alisch

 

Dr. Jekyll und Mr. Hyde

USA 1920 | Regie: John S. Robertson | 81 min. | Originalfassung.

Der Arzt Dr. Henry Jekyll ist ein Idealist, der sich ganz seinem Beruf verschrieben hat. Pflegt er keine Kranken, so findet man ihn im Labor. Durch einen Disput mit Sir George Carew, dem Vater seiner Braut, fühlt er sich jedoch in seinen Motiven herausgefordert. Bei seinen Laborarbeiten entdeckt er eine Substanz, die ihn in den skrupellosen Mr Hyde verwandelt, mit der Jekyll das Böse seiner Natur ausleben kann. Doch im Verlauf seiner Selbstexperimente verliert er die Kontrolle über sein Ego. Diese Verfilmung von John S. Robertson aus dem Jahre 1920 war die erste abendfüllende Filmversion der populären Erzählung von Robert L. Stevenson.

Sa., 16.02.13 - 18.00 Uhr

Musik: Open File

 

Frau im Mond

Deutschland 1929 | Regie: Fritz Lang | 161 min. | Originalfassung.

Fritz Lang drehte 1929 mit FRAU IM MOND seinen letzten Stummfilm. Der vom Wissenschaftsbetrieb verlachte Professor Georg Manfeldt hat die Theorie entwickelt, dass auf der Rückseite des Mondes Gold und Wasser zu finden wären. Sein einziger Freund, der Ingenieur Wolf Helius, versucht alles, um eine entsprechende Expedition zu realisieren. Doch das Unternehmen wird durch Intrigen und verhängnisvolle Ereignisse immer wieder gefährdet. Das Drehbuch schrieb Thea von Harbour und Hermann Oberth, der einer der führenden Köpfe in der frühen Raketenforschung war und als technischer Berater bei den Dreharbeiten fungierte.

Sa., 16.02.13 - 20.30 Uhr

Musik: Glaswald

 

Algol

Deutschland 1920 | Regie: Hans Werckmeister | 95 min. | Originalfassung.

Der Bergarbeiter Robert Herne stößt eines Tages in der Mine auf einen Außerirdischen vom Planeten Algol. Dieser gibt ihm eine Maschine, mit der er über die unerschöpflichen Energien vom Stern Algol verfügen kann. Herne wird zum Energiemonopolisten, der sich immer mehr von der Macht korrumpieren lässt, doch muss er spät erkennen, dass er mit der Macht auch sein Glück verliert. Der Film überzeugte bei seiner Premiere durch die expressionistischen Szenenbilder von Walter Reimann, der auch die Dekorationen für DAS CABINET DES DR. CALIGARI entworfen hatte.

So., 17.02.13 - 16.30 Uhr

Musik: Misleading Color

 

 

Stummfilm-Kurzfilmprogramm

Frankreich / USA 1910 bis 1922 | Regie: diverse | 60 min. | Originalfassung.

Die hier gezeigten Kurzfilme ermöglichen einen unterhaltsamen Blick auf das weite Spektrum des frühen futuristischen Films. Von der frühen Vision eines Krieges der Zukunft über den Horror der ersten Frankensteinverfilmung bis hin zum Slapstick eines Buster Keaton und dem experimentellen Film über den Entdecker einer frühen Designerdroge zeigt sich, wie vielfältig die Versprechen der Wissenschaft im Stummfilm dargestellt wurden. Zu sehen sind: „Frankenstein“ (James Searle Dawley, US 1910, 13 Min) / „The electric house“ (Edward F. Cline / Buster Keaton, US 1922, 20 Min) / „La Folie du Dr. Tube“ (Abel Gance, FR 1915, 15 Min) / „The airship destroyer“ (Walter R. Booth, GB 1909, 11 Min).

So., 17.02.13 - 18.45 Uhr

Musik: Safarisounds and Friends

 

Aelita

Sowjetunion 1924 | Regie: Jakow Protasanow | 111 min. | Originalfassung.

Überall auf der Erde werden überraschende Signale vom Mars empfangen, die mit Anta Odeli Uta übersetzt, aber unverstanden bleiben. Der junge sowjetische Ingenieur Loss ist von dieser Botschaft fasziniert und entwickelt die Konstruktionspläne für ein Raumschiff. Seine Vision steht in keinem Verhältnis zur gesellschaftlichen Not. Die neue Herrschaft der Sowjets arbeitet an ihrer Konsolidierung, ist aber mit massiven Versorgungsschwierigkeiten und Korruptionsformen des Anicien Regime konfrontiert. Loss realisiert trotz aller Widrigkeiten den Bau seines Raumschiffes und fliegt zum Mars, auf dem die Königin Aelita Herrscherin einer Sklavengesellschaft ist. Für einen Moment scheint der Traum einer Revolution im Kosmos möglich zu sein.

So., 17.02.13 - 20.45 Uhr

Musik: Pathetic Waste of Talent

 

Hintergrundinformationen und Diskussionsbeiträge:

http://www.stummfilmsymposium.wordpress.com/

Informationen zu den Musikern des Stummfilm-Symposiums