Symposium 2014

 

Spielplan  des
6. Stummfilm-Symposium. Der Krieg im frühen Film. Obduktion eines europäischen Traumas
21.02.2014 - 23.02.2014

Informationen zu den MusikerInnen

 



Freitag, 21.02.2014
19:00 Uhr


Wings (1927 US, 139 min, digital)
Der Oscar-prämierte Film zeigt mit eindrucksvollen Aufnahmen den Luftkrieg zwischen Amerikanern und Deutschen über französischem Boden. Die Kamera folgt dabei zwei Männern des „American Flying Corps“, deren anfängliche Rivalität durch den gemeinsamen Kampf in der Luft in enger Freundschaft mündet. Für weitere Turbulenzen sorgt eine Frau, die zwischen den beiden steht. Die hohen Produktionskosten, zum Teil durch das Verteidigungsministerium finanziert und die eigene Fliegererfahrung des Regisseurs, ermöglichten die Realisation eines Filmes, der faszinierende Bilder des Luftkrieges mit einer ergreifenden Liebesgeschichte kombiniert.

Einführung: Maya Dietrich
Musik: Resident Poltergeist

Samstag, 22.02.2014

15.00 Uhr


"Abstraktion durch Nähe – Das Bild von der Schlacht mit dem Auge der Kamera"
Ein Studiengespräch mit Gästen & Filmbeispielen
In diesem Gespräch wird es um Fragen gehen, wie vom Krieg als Erfahrung zu erzählen ist, wie es sein kann, dass gerade mit der Nähe zum Geschehen das Konkrete immer mehr sich zu verflüchtigen scheint? Ist die Kamera ein Augenzeuge oder lediglich eine Aufnahme vom Tatort, deren Indizien wir nicht zu lesen verstehen, wenn wir nicht selbst auf einem Schlachtfeld anwesend waren?

Moderation: Norbert Ahlers

17.00 Uhr


The Battle of the Somme (1916 GB, 77 min, digital)
Indem sie das britische Heer vom 25. Juni bis 8. Juli begleiteten und sowohl die Vorbereitungen als auch den Beginn einer der verlustreichsten Schlachten des Ersten Weltkrieges dokumentierten, leisteten die beiden Kameramänner Geoffrey Malins und John McDowell Pionierarbeit in der kinematographischen Kriegsberichterstattung. Mit der Premiere am 10. August 1916 lief der erfolgreichste Film der britischen Filmgeschichte mit 20 Millionen verkauften Eintrittskarten an. Im Jahr 2005 wurde The Battle of the Somme Weltdokumentenerbe der UNESCO.

Lazarettfilme

Die Wiedereingliederung der körperlich und seelisch Verletzten des Ersten Weltkrieges in die Kriegsmaschinerie oder die Arbeitswelt war nicht nur die Aufgabe von Ärzten und Therapeuten, sondern galt auch als Pflicht der Gesellschaft gegenüber den Opfern des Krieges. In den Kriegsjahren wurden Filme in Auftrag zur Verwundetenfürsorge gegeben. Diese wurden u.a. im Zusammenhang mit den Ausstellungspräsentationen in verschiedenen Städten aufgeführt und demonstrierten neue Entwicklungen auf dem Gebiet der Prothetik.

Wiederertüchtigung schwerbeschädigter Industriearbeiter (1918 DE, 8 min, digital)
Ansichten aus dem Lazarett Jakobsberg (1918 DE, 10 min, digital)

Einführung: Norbert Ahlers & Stefan Knobel

Musik: Mario Pesce & Open File

19.30 Uhr


Shoulder Arms (1918 US, 45 min, digital)

Shoulder Arms ist eine sehr frühe Auseinandersetzung in typischer Chaplin Manier mit dem Ersten Weltkrieg. Noch vor Kriegsende, 1918 wird der Film in seinem Hollywood-Studio fertiggestellt. Chaplin beschreibt mit Komik und Witz die Leiden des Grabenalltags. Chaplin spielt mit dem Wunsch, den so fernen und unbekannten Aggressor zu besiegen und all dem ein Ende zu setzen.

Musik: n.n.


Aegir (1918 DE, 27 min, 35 mm)
Aegir, der Herr der Fluten, freut sich über die Leckereien, die ihm aus von den Deutschen abgeschossenen britischen Schiffen auf den Meeresgrund sinken. Doch was muss er da in der Zeitung lesen: Der Krieg soll in Deutschland keine Unterstützung in der Bevölkerung mehr finden? Dem muss auf den Grund gegangen werden. In Deutschland findet Aegir seine Vermutung bestätigt: Die Deutschen zeichnen mit Begeisterung auch 1918 noch die neunte Kriegsanleihe.
Einführung: Christoph Makowski

Sonntag, 23.02.2014
15.00 Uhr


Heimkehr (1928 DE,114 min, 35 mm)
1917: Karl und Richard sind seit zwei Jahren russische Kriegsgefangene in der sibirischen Steppe. Zeit genug, um sich genauer kennenzulernen. Besonders der melancholische Richard gibt jedes Detail seines Privatlebens preis, sodass Karl Richards Frau Anna wie seine eigene zu kennen glaubt.
Getrieben von der Sehnsucht beschließt Richard zu fliehen und Karl folgt ihm. Doch auf dem beschwerlichen Weg trennen sich ihre Pfade und finden erst nach Kriegsende in der Heimat bei Anna zueinander. Ein Beziehungskonflikt bahnt sich an.
Einführung: Steffen Schneider
Musik: Nathan Bontrager & José M. Díaz de León


17.30 Uhr


J'accuse (1919 FR, 166 min, digital)
J’accuse erzählt die Geschichte zweier Männer aus einem kleinen Dorf in Südfrankreich. Der Poet Jean Diaz ist in Edith verliebt, doch die ist mit dem Rüpel François Laurin verheiratet. Im Krieg entwickeln die beiden trotz ihrer Rivalität und ihres gegensätzlichen Charakters eine enge Freundschaft. Doch der Krieg wird mehr zerstören als er vereint. Edith wird von deutschen Soldaten entführt und vergewaltigt, die beiden Männer gehen am Krieg zugrunde. Frankreichs Kinopionier Abel Gance gelang mit dieser frühen Anklage an den gerade erst überstandenen Ersten Weltkrieg der Durchbruch.

Einführung: Jens Cram

Musik: Glaswald

21.00 Uhr


Das Ende von St.Petersburg (1927 UdSSR,105 min, digital)
Wsevolod Pudovkin's Film, eine Auftragsarbeit zum 10-jährigen Jubiläum der russischen Revolution, zeigt ein glorreiches Bild vom Anfang und Triumph der Oktoberrevolution 1917. In das Zeitgeschehen hineingeworfen, der Held Iwan, ein naiver Bauernjunge, der vom Schicksal an die exemplarischen Stationen der Revolution geführt wird. Mit Mut und Entschlusskraft beeinflusst er so den Ausgang der Geschichte und gibt der Masse ein Gesicht.

Einführung: Denis Gurkin
Musik: Hari Ossa